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CE Kennzeichnung
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CE Kennzeichnung

Die CE - Kennzeichnung dient den Herstellern dazu aufzuzeigen, dass ein Produkt den Sicherheitsanforderungen der harmonisierten EU-Richtlinien genügt, ohne dass Einzelgenehmigungen bei 27 nationalen Behörden eingeholt werden müssen.[1]

Diese Form der Selbsterklärung fördert den freien Warenverkehr indem Handelshemmnisse abgebaut werden und leistet in der Folge einen wesentlichen Mehrwert. Betrachtet man die CE-Konformitätserklärung unter dem Gesichtspunkt von „Rechten und Pflichten“, so ist dieser Mehrwert als Recht jedes Herstellers einzuordnen. Die Ausschreibung eines Produkts als konform mit den Anforderungen an die Produktsicherheit über eine gültige CE-Konformitätserklärung muss europaweit durch alle Stellen anerkannt werden.
Auf der Seite der Pflichten stehen jedoch einige wesentliche Punkte, aus denen sich bei Nichtbeachtung ernstzunehmende Konsequenzen ergeben können. Entspricht das mit einer CE-Kennzeichnung versehene Produkt nicht den Anforderungen der eingetragenen Richtlinien, so können alle zweckdienlichen Maßnahmen ergriffen werden, um das Gerät vom Markt zu nehmen, das Inverkehrbringen zu untersagen oder den freien Verkehr für dieses Gerät einzuschränken. Zu den möglichen Konsequenzen zählen also

- Inverkehrbringungsverbot
- Anordnung eines Rückrufs
- Öffentlichkeitswarnung
- Anordnung von Prüfungen
- …

Diese Konsequenzen können von den nationalen Behörden ergriffen werden, wenn die Konformität bei einer, teils auch unangekündigten, Prüfung nicht nachgewiesen werden kann. Die Umsetzung der Richtlinien nach dem New Approach wird in Deutschland kontrolliert durch die staatlichen Marktaufsichtsbehörden (Gewerbeaufsichts- und Arbeitsschutzbehörden), die Unfallversicherungsträger und durch den Markt (Konkurrenten, Kunden, Verbraucherbehörden) [2] . Hieraus ergibt sich die Anforderung an den Hersteller seine Prozessabläufe zu definieren, zu dokumentieren und einem Dokumentenmanagement zu unterziehen.
Die wichtigsten bei elektrotechnischen Erzeugnissen zu berücksichtigenden Richtlinien sind:

Die Niederspannungsrichtlinie

In der Niederspannungsrichtlinie 2006/95/EG sind die grundlegenden Anforderungen an elektrische Betriebsmittel festgehalten, wie sie von den Herstellern einzuhalten sind. Die technische Konkretisierung erfolgt in den Harmonisierten Normen. Diese werden von den europäischen Normungsorganisationen (CEN, CENELEC, ETSI) erarbeitet, im Amtsblatt der EU veröffentlicht und in nationale Normen umgesetzt. Unter die Richtlinie fallen alle Elektrogeräte mit einer Nennspannung zwischen 50 V und 1000 V Wechselspannung bzw. 75V bis 1500 V Gleichspannung.

Die EMV-Richtlinie

Die EMV-Richtlinie 2004/108/EG zielt auf die Sicherstellung einer akzeptablen elektromagnetischen Umgebung bzw. entsprechender Schutzanforderungen ab. So bezieht sich der Geltungsbereich der Richtlinie auf elektrische Geräte, wobei sich der Begriff nach der Definition der EMV-Richtlinie …auf… einen fertigen Apparat oder eine als Funktionseinheit in den Handel gebrachte Kombination solcher Apparate, der bzw. die für den Endnutzer bestimmt ist und elektromagnetische Störungen verursachen kann oder dessen bzw. deren Betrieb durch elektromagnetische Störungen beeinträchtigt werden kann bezieht [3]. Hierunter fallen auch Betriebsmittel die als „Bauteile“, „Baugruppen“ oder „bewegliche Anlagen“ bezeichnet werden können.

Die RoHS-Richtlinie

Die RoHS-Richtlinie 2011/65/EG bezieht sich auf Stoffverbote bei Elektro- und Elektronikgeräten. In ihr ist eine Stoffliste mit Grenzwerten festgeschrieben, deren Konzentrationen nicht überschritten werden dürfen. Insbesondere wird die Übereinstimmung der Geräte mit der RoHS-II-Richtlinie künftig durch die CE-Kennzeichnung deutlich gemacht. [4] Je nach Produktart können zudem weitere Richtlinien, wie die R&TTE-Richtlinie oder die Druckgeräterichtlinie zu berücksichtigenden sein. Welche Richtlinie in die CE-Konformitätserklärung mit aufzunehmen ist, muss von Produkt zu Produkt nach seinem technischen Aufbau bewertet werden.

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[1] CE-Kennzeichnung; (Industrie und Handelskammer Berlin, 2013)
[2] CE-Kennzeichnung von elektrischen Betriebsmitteln; (Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein, 2007)

[3] EMV-Leitfaden; (Bundesnetzagentur Referat 411- Marktaufsicht, 2007)
[4] Merkblatt ROHS II; (Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern , 2013)